Reisen mit der Bahn – besser als der Ruf vermuten lässt
Aktualisiert September 2026 – was sich am Beitrag geändert hat
Dieser Beitrag stammt ursprünglich aus 2022. Seitdem hat sich beim Bahnfahren einiges verändert. Die Grundidee ist aber geblieben: Für viele Alltags- und Freizeitreisen kann die Bahn eine angenehmere Alternative zum Auto sein – auch wenn sie natürlich nicht immer die praktischste Lösung ist.
Wer kennt es nicht: Man hat es eilig und steht im Stau. Die Wartezeit ist nicht absehbar und die Laune sinkt. So ging es mir früher regelmäßig, als ich noch täglich mit dem Auto zur Arbeit gefahren bin. Natürlich läuft auch bei der Bahn nicht immer alles perfekt. Verspätungen, volle Züge oder ungünstige Verbindungen gehören genauso zur Realität. Trotzdem hat das Reisen mit der Bahn für mich einige klare Vorteile.
Warum Bahnfahren für uns oft gut funktioniert
Weniger Emissionen
Im Durchschnitt verursacht eine Fahrt mit der Bahn pro Person und Kilometer deutlich weniger Treibhausgasemissionen als eine Fahrt mit dem Pkw. Wie groß der Unterschied im Einzelfall ist, hängt unter anderem von Auslastung, Strecke und Fahrzeug ab.
Entspannter unterwegs
Wer nicht selbst fahren muss, kann die Reisezeit anders nutzen. Lesen, reden, aus dem Fenster schauen oder einfach einmal nichts tun – gerade auf längeren Strecken ist das für mich ein echter Vorteil.
Mehr Bewegungsfreiheit
Im Zug kann man zwischendurch aufstehen, sich strecken oder ein paar Schritte gehen. Das ist vor allem auf längeren Fahrten angenehmer als mehrere Stunden am Stück im Autositz.
Für Kinder beginnt das Abenteuer oft schon am Bahnhof
Gerade mit Kindern ist Zugfahren noch einmal etwas anderes. Viele Kids finden Züge sowieso spannend – und dann wird schon die Anreise ein Teil des Ausflugs. Am Bahnsteig auf den Zug warten, schauen, welcher einfährt, den richtigen Wagen suchen und sich einen Platz am Fenster sichern: Das hat einfach mehr Abenteuerfaktor als die gleiche Strecke auf der Rückbank im Auto.
Für uns ist außerdem schön, dass während der Fahrt niemand dauerhaft Fahrer sein muss. Wir können miteinander reden, etwas spielen, gemeinsam aus dem Fenster schauen oder schon überlegen, was wir am Ziel als Erstes machen. Natürlich kann eine Zugfahrt mit Kindern bei Verspätungen oder mehreren Umstiegen auch anstrengend werden. Wenn die Verbindung passt, gehört die Fahrt für uns aber oft schon zum gemeinsamen Erlebnis dazu.
Oft nah am Ziel
Bahnhöfe liegen in vielen Städten zentral oder sind gut an Bus, Straßenbahn und U-Bahn angebunden. Wer einen Städtetrip plant, spart sich dadurch häufig Parkplatzsuche und den Weg vom Parkhaus zum eigentlichen Ziel.
Mehr von der Landschaft
Beim Bahnfahren kann ich tatsächlich aus dem Fenster schauen. Klingt banal, macht für mich aber einen Unterschied. Gerade bei längeren Strecken sieht man Regionen, Orte und Landschaften, die man hinter dem Steuer kaum wahrnimmt.
Auch nach einem langen Tag angenehm
Nach einem Ausflug oder Städtetrip muss niemand mehr müde selbst nach Hause fahren. Solange die Verbindung passt, kann die Rückfahrt zum ruhigeren Teil des Tages werden.
Im Nahverkehr deutlich einfacher geworden
Mit dem Deutschlandticket lassen sich 2026 bundesweit Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Regionalzüge im Nahverkehr nutzen. ICE, IC und EC gehören grundsätzlich nicht dazu. Für regelmäßige Fahrten und manche Tagesausflüge macht das die Planung deutlich unkomplizierter.
Essen und Trinken ohne Verrenkungen
Eine Kleinigkeit essen oder in Ruhe einen Kaffee trinken funktioniert im Zug schlicht angenehmer als während einer Autofahrt. Und hinterher muss niemand die Krümel aus dem Sitz saugen.
Zeit für Dinge, die beim Autofahren nicht gehen
Ich werde weiterhin kein großer Fan von Hörbüchern oder Podcasts. Ein gutes Buch dagegen funktioniert im Zug hervorragend – und genau das ist für mich einer der schönsten Nebeneffekte.



Die Bahn ist nicht immer die beste Lösung
Natürlich gibt es auch Strecken, bei denen das Auto klar praktischer ist. Das gilt besonders bei Zielen mit schlechter ÖPNV-Anbindung, viel Gepäck oder mehreren Umstiegen. Auch Verspätungen und Zugausfälle können eine eigentlich entspannte Reise schnell komplizierter machen. Für mich geht es deshalb nicht um „Bahn statt Auto um jeden Preis“, sondern darum, je nach Ziel bewusst zu schauen, was besser passt.
Unser Fazit
Die Bahn ist besser als ihr Ruf vermuten lässt – zumindest dann, wenn Strecke und Verbindung passen. Für Städtetrips, manche Familienausflüge und längere Reisen kann es sehr angenehm sein, nicht selbst fahren zu müssen. Man kommt nicht immer schneller ans Ziel, dafür oft entspannter.
Wer eine Fahrt plant, sollte vorher prüfen, ob Regionalverkehr, Fernverkehr oder eine Kombination sinnvoll ist. Für den Nahverkehr kann das Deutschlandticket eine praktische Grundlage sein; im Fernverkehr lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Verbindungen und verfügbaren Sparangebote.
- Verbindung planen: RMV – Verbindungen im Rhein-Main-Gebiet
