Wandern mit Kids

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oder auch: wie begeistere ich die Kleinen für Outdoor-Abenteuer?

Ich habe schon öfter gehört: „Bevor wir Kleinkinder hatten, sind wir auch gewandert, aber mit so kleinen Kindern geht das ja nicht mehr!“ oder „wie machst du das nur, soviel zu wandern und dann noch mit kleinen Kindern und 3 Hunden?“.
Für mich hat das nie einen großen Unterschied gemacht. Mit den Hunden bin ich ja eh viel am Wandern und unsere Kinder (4 und 1) mussten von Geburt an bei unseren (Hunde-)Aktivitäten überall mit hin. Das war einfach so. Erst im Tragetuch/Babytrage, im Kinderwagen, dann in der Kraxe und mittlerweile läuft der Große die meisten Touren selber oder fährt mit dem Laufrad/Fahrrad je nach Streckenprofil. Die Kraxe oder der Crossbuggy werden mitgenommen für Touren, die sonst zu lang wären oder wenn der Große keine Lust mehr hat, der Kleine läuft natürlich noch nicht selbst.

Jetzt aber zu meinen Tipps!

Das Wichtigste, wenn man mit Kindern unterwegs ist, bzw. bei den Kleinen die Lust aufs Wandern wecken will: sucht euch Strecken und Ziele oder Abschnitte, die sich für die Kinder lohnen. Das kann ein Spielplatz sein oder ein Platz an dem es etwas Interessantes zu sehen gibt (Bahnhof, Baustelle, See, …) oder einfach nur ein Platz, an dem ihr dann zusammen spielt. Ihr könnt mit euren Kindern Geocaches suchen, eine Burg oder Ruine besuchen, einen Aussichtspunkt, Kletterfelsen oder einfach nur einen Bach. Ihr könnt ein Picknick machen oder ein Eis essen gehen, einen Wildpark, Waldlehrpfade oder Barfußpfade besuchen oder eine Natur-Schnitzeljagd veranstalten (sammle verschiedene Blätter, Steine, Tannenzapfen,…).
Kurz gesagt die Strecke muss abwechslungsreich und spannend sein für die Kinder.

Auch ein eigener kleiner Rucksack, den die Kinder selber befüllen und tragen können, kann für zusätzliche Motivation sorgen.

Die ersten Touren sollten vor allem zu schaffen sein für die kleinen Abenteurer-Füße. Es bringt nichts, wenn ihr 3 km vorm Ziel abbrechen müsst, weil die Kleinen müde werden und dann nur noch stinkig sind (dafür eben auch z.B. eine Kraxe mitnehmen). Das drückt die Stimmung und die nächsten Ausflüge werden mehr Überzeugungsarbeit benötigen, um sie in die Tat umzusetzen. Plant bei den Strecken ein, dass ihr langsamer voran kommt und mehr Pausen machen müsst.
Apropos Pause, nehmt immer ausreichend Proviant mit. Belegte Brote, Äpfel, Gemüse, Brezeln und Müsliriegel gehören bei uns zur Standard-Ausstattung für lange Touren. Und natürlich Wasser. Ich bevorzuge eine Trinkblase für mich und Flaschen für die Mäusemänner, die Menge variiert dabei je nach Streckenprofil.

Neben dem Proviant habe ich noch eine Erste Hilfe Tasche dabei und Wechselsachen für mich und die Mäusemänner. Hier kommt es natürlich auch wieder aufs Kindesalter an; für den kleinen Mäusemann ist z.B. noch eine kleine Wickeltasche dabei. Außerdem finden in meinem Rucksack fast immer Wanderkarten, Powerbank, Sonnenschutz, Regenschutz, Portemonnaie, Autoschlüssel und mein Handy einen Platz, das hängt aber immer von der geplanten Tour (Länge und Streckenprofil) ab. Sofern ich die Hunde mitnehme, befindet sich für sie natürlich noch entsprechendes Equipment in meinem Rucksack (Wasser, Leckerlis, Kotbeutel, Erste Hilfe, …). Meistens komme ich mit einem normalen 26 l Rucksack aus.

Nachdem ihr wisst, was ihr alles braucht oder mitnehmen solltet, ist es Zeit, sich eine Alternative für die Kleinen zu überlegen, falls die Kräfte doch auf der Strecke bleiben sollten. Natürlich könnt ihr sie auch mal huckepack oder auf den Schultern/Arm tragen, aber das wird schnell zum Kraftakt. Hier meine Auswahl, die sich für mich bewährt hat, mit unseren Kindern:


Tragetuch/Trage

Tücher* zum Binden oder Babytragen* eignen sich teilweise schon von Geburt an zum bequemen Tragen von Babys auf den ersten kürzeren Touren.

  • Vorteil: Das Baby ist nah am Körper, man kann zusätzlich noch einen Rucksack tragen und man ist im Streckenprofil kaum eingeschränkt.
  • Nachteil: für mich keine nennenswerten Nachteile vorhanden.

Kinderwagen

Wir haben beim Kinderwagenkauf extra ein Outdoor-Modell mit dementsprechend robuster Bereifung gewählt, da wir ja von vornherein wussten, dass er unseren Gassi-Runden gerecht werden muss. Unser Kinderwagen war also schon an Orten, wo noch kein Kinderwagen zuvor gewesen war.

  • Vorteil: viel Stauraum, bequemes Liegen oder Sitzen für das Kind.
  • Nachteil: das Streckenprofil muss dem Kinderwagen angepasst werden. Stufen, unwegsames Gelände, starke Steigungen, schmale, unbefestigte, steinige oder wurzelige Wege sind evtl. nicht befahrbar und man hat nie die Hände frei.

Crossbuggy

Crossbuggys die man vor sich schiebt oder hinter sich her zieht, eignen sich für etwas größere Kinder, die gut alleine sitzen können oder öfter mal aussteigen wollen und selber laufen.

  • Vorteil und Nachteile sind ähnlich wie beim Kinderwagen, allerdings sind sie geländetauglicher, aber oft auch breiter und weniger wendig als dieser.
Hier gehts zum Beitrag über unserem Crossbuggy

Kraxe

Ich bevorzuge bei größeren Kindern die Kraxe*. Sie bietet Tragekomfort für mich und bequemen Sitz für die Mäusemänner, egal ob sie wach sind oder schlafen. Außerdem bietet sie einen adäquaten Stauraum, Sonnen-und Regenschutz und meine hat außerdem noch einen kleinen abnehmbaren und separat zu benutzenden Rucksack.

  • Vorteil: für alle Streckenprofile geeignet, Kinder können schlafen, die Kraxe kann sicher abgestellt werden, ohne das Kind vorher rausnehmen zu müssen, Stauraum, für größere Kinder geeignet.
  • Nachteil: größere Kinder werden auf Dauer natürlich auch in der Kraxe zu einer nicht zu unterschätzenden Zusatzlast, dann noch das Eigengewicht der Kraxe und ein gefülltes Staufach, da kommen locker schnell 20-25 kg zusammen. Idealerweise benötigt man Hilfe beim Auf- und Abziehen der Kraxe mit Kind.
Hier geht’s zum Beitrag über unsere Kraxe

Laufrad/Fahrrad

Sobald die Kinder alt genug sind und die Tour sich dafür eignet, kann man sie auch einfach das Laufrad oder Fahrrad mitnehmen lassen, während man selber zu Fuß unterwegs ist.

  • Vorteil: wenn die Kinder sehr ausdauernd mit dem Rad sind, hat man kein zusätzliches Gewicht zu tragen/schieben/ziehen, vermutlich kommt man schneller voran.
  • Nachteil: wenn die Kinder keine Lust oder Kraft mehr haben oder sowieso nur sehr kurze Strecken mit dem Rad gewohnt sind, darf man ruckzuck das Rad auch noch tragen und das Kind muss laufen, sofern man keine weiteren Transportmöglichkeiten dabei hat. Eignet sich also wirklich nur für begeisterte Rad-Freunde!

Jetzt seid ihr grundsätzlich schon mal ganz gut gewappnet für Touren mit euren Kindern.

An manchen Tagen helfen aber alle Tipps der Welt nichts und die Kinder sind nicht gut drauf oder das Wetter spielt nicht mit, dann muss man seine Pläne einfach auf einen anderen Tag verschieben, bevor man mit schlechter Laune auf Biegen und Brechen versucht loszuziehen, denn das ist zum Scheitern verurteilt.

Ich hoffe, ich kann mit meinen Tipps dazu beitragen, dass ihr eure Kinder für das Wandern begeistern könnt. Erzählt mit gerne in den Kommentaren wie es bei euch so läuft und welcher Tipp Euch half.

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1 comment on “Wandern mit Kids”

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